Wie der Name schon vermuten lässt, ist Canyonlands ein von Canyons geprägter Nationalpark. Es ist nicht der Grand Canyon, aber definitiv einen Besuch wert. Der Park gliedert sich in Island in the Sky, The Needles und The Maze. Die Flüsse Colorado und Green bilden einen weiteren eigenen Bereich.
Die Entfernungen zwischen diesen Gebieten werden leicht unterschätzt. Island in the Sky liegt nahe bei Moab, während die Straße nach The Needles deutlich weiter südlich abzweigt. The Maze ist nur mit einem richtigen Allradfahrzeug erreichbar, deshalb erkundeten wir Island in the Sky und The Needles.
Im Jahr 2018 kostete der Eintritt 25 USD pro Auto für sieben Tage und unser America the Beautiful Pass wurde akzeptiert. Wie in jedem US-Nationalpark führte uns der erste Weg ins Besucherzentrum. Die kostenlose Parkkarte zeigte Aussichtspunkte und Wanderwege und die Ranger halfen uns sehr gerne bei der Entscheidung, welche Wanderungen in unsere verfügbare Zeit passten.
Island in the Sky von Moab aus
Island in the Sky liegt im Norden des Parks und lässt sich gut mit dem Arches Nationalpark verbinden. Von Moab waren es nur etwa 30 Meilen bis zum Besucherzentrum. In diesem Parkbereich steht man oberhalb der Landschaft und blickt in ein scheinbar endloses System aus Canyons hinab.

Wenn Du nur zu den Aussichtspunkten fährst und einige kurze Spaziergänge einbaust, reicht ein halber Tag. Wir verbrachten einen Nachmittag dort und blieben bis zum Sonnenuntergang. Längere Wanderungen könnten daraus leicht einen ganzen Tag machen, doch wir sparten unsere Wanderenergie für The Needles.
Mesa Arch und die Aussichtspunkte über den Canyons
Kurz nach dem Besucherzentrum vermittelte der Shafer Canyon Overlook einen guten ersten Eindruck. Den Mesa Arch wollten wir auf keinen Fall verpassen. Der Weg war kurz und einfach und der natürliche Felsbogen rahmte den weit unter ihm liegenden Canyon beinahe zu perfekt ein.
Am Upheaval Dome gab es zwei Aussichtspunkte. Weil der Sonnenuntergang näher rückte, gingen wir nur bis zum ersten. Die Landschaft im Inneren des Doms sah völlig anders aus als die umliegenden Canyons und selbst Wissenschaftler vertraten unterschiedliche Theorien zu seiner Entstehung.

Am Grand View Point bekamen wir einen echten Eindruck von der weiten amerikanischen Leere und den Dimensionen der Canyonlands. Für den Sonnenuntergang war der Orange Cliffs Overlook unser Favorit, weil er nach Westen ausgerichtet ist und wir beobachten konnten, wie sich das Licht über die gesamte Landschaft bewegte.


Die lange Straße nach The Needles
The Needles wurde zu einem echten verborgenen Schatz auf unserem Roadtrip. Dieser Teil liegt weit abseits der meistbefahrenen Route und hatte deshalb auch deutlich weniger Besucher als andere Nationalparks.
Für Menschen, die nur von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt fahren möchten, ist dieser Parkbereich nicht der richtige. In The Needles geht es darum, in den Canyon hineinzugehen und zwischen den Formationen zu wandern. Wir würden mindestens einen ganzen Tag einplanen. Mit mehr als einer langen Wanderung auf der Liste hätten wir leicht zwei Tage füllen können.

Die Abzweigung vom Highway 191 auf die State Route 211 war erst der Anfang. Bis zum Besucherzentrum lagen noch weitere 35 Meilen beziehungsweise rund 55 Kilometer vor uns. Da der Park eine Sackgasse ist, mussten wir dieselbe Strecke auch wieder zurückfahren.
Wir fuhren zunächst nordwärts nach Moab, um Arches und Island in the Sky zu besuchen. Anschließend kehrten wir nach The Needles zurück und setzten unsere Reise über Natural Bridges und Glen Canyon in Richtung Capitol Reef fort. Dadurch wurde unsere Route ungefähr 200 Kilometer länger. Für uns lohnte es sich.
Chesler Park Loop: unsere liebste Wanderung in den Canyonlands
Bei der Reiseplanung hatten wir bereits vom Chesler Park Loop gelesen, fragten die Ranger aber trotzdem nach ihrer Empfehlung. Sowohl der Ranger in Arches als auch jener in The Needles empfahl dieselbe Wanderung. Sie hatten recht.

- Streckenlänge: Etwa 18 Kilometer
- Ausgangspunkt: Parkplatz Elephant Hill
- Charakter: Eher lang als technisch schwierig
- Wichtig: Genug Wasser und Sonnenschutz mitnehmen
Die ersten fünf Kilometer verbanden den Parkplatz mit der eigentlichen Runde. Dieser Abschnitt hatte ein paar An- und Abstiege, bot uns aber hauptsächlich freie Ausblicke auf The Needles und die umliegenden Formationen. Es gab viele gute Plätze für eine Jause, allerdings fast keinen Schatten.


Die Runde selbst führte durch Grasland und Wüste, kletterte über Felsen und verschwand schließlich in dunklen, schmalen Felsspalten. Die Landschaft veränderte sich ständig, wodurch sich die Strecke auf dem Hinweg viel kürzer anfühlte.



Die fünf Kilometer zurück zum Campervan fühlten sich deutlich länger an. Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits etwa 13 Kilometer gegangen, die Sonne war noch immer stark und jede Kurve sah so aus, als müsste sie endlich den Parkplatz freigeben. Irgendwann tat sie es.
Druid Arch war eine weitere Empfehlung der Ranger, doch anders als Chesler Park war diese Wanderung keine Runde. Wenn Du lieber auf ein klares Ziel zuwanderst, ist sie vielleicht die bessere Wahl. Wir blieben beim Chesler Park und hatten keinen Grund, diese Entscheidung zu bereuen.
Zwei Dinge waren im gesamten Park wichtig: auf dem Weg zu bleiben, weil der Wüstenboden extrem empfindlich ist, und genügend Wasser und Sonnenschutz mitzunehmen, weil es fast keinen Schatten gibt. Die engen Abschnitte boten eine kurze Pause von der Sonne, doch der größte Teil der 18 Kilometer lag völlig frei.
Camping in der Nähe von The Needles
Der Campingplatz im Park bot reservierbare Stellplätze und einige Plätze nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Es war schwierig, einen Stellplatz zu bekommen, deshalb übernachteten wir außerhalb des Parks. Auch die einfachen BLM-Campingplätze rund um The Needles waren beliebt, frühes Ankommen blieb also wichtig.

Hamburger Rock und Pasture Creek waren im Jahr 2018 günstige Alternativen. Das System war einfach: einen freien Platz suchen, das Formular ausfüllen und am Pfosten befestigen, bevor man in den Park aufbricht.
Hamburger Rock kostete damals 10 USD pro Auto, Pasture Creek 5 USD. Auch auf den BLM-Plätzen galt das Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ und sie konnten schnell voll werden. Einen Platz zu sichern, bevor man zu einer ganztägigen Wanderung aufbricht, war deshalb die sicherste Reihenfolge.
Von Canyonlands weiter in Richtung Capitol Reef
Statt direkt nach Moab zurückzufahren, setzten wir unsere Reise westwärts durch einen deutlich ruhigeren Teil Utahs fort. Die Route führte an natürlichen Felsbrücken, hellem Gestein und langen leeren Straßen vorbei, bevor sie schließlich Capitol Reef erreichte.


Island in the Sky war einfach zu besuchen und bot die klassischen Aussichtspunkte. The Needles verlangte deutlich mehr Zeit und Anstrengung, blieb uns aber am klarsten in Erinnerung. Wenn Du gerne wanderst und menschenleere Landschaften magst, solltest Du diesen Parkbereich nicht als optionalen Zusatz behandeln.