Wenn es ums Essen geht, ist Myanmar definitiv eher Streetfood als gehobelter Gourmettempel. Myanmars Essen und wir, nun ja, das war nicht das, was wir Liebe auf den ersten Blick nennen würden. Auf den zweiten Blick war es ebenfalls keine Liebe. Doch während wir uns an das Land gewöhnten und es lieben lernten, entschieden wir, dass auch das Essen eine faire Chance verdient hatte.
Als wir Mandalay, unseren letzten Stopp, erreichten, hatten wir weder das Streetfood richtig probiert, weil es für uns eklig und nicht besonders hygienisch aussah, noch ein traditionelles Teehaus besucht. Also buchten wir eine Food- und Teehaus-Tour mit der Rikscha.
Der tägliche Besuch im Teehaus
Ein Teehaus zu besuchen, hat in Mandalay große Tradition. Die Menschen gehen fast jeden Tag dorthin. In den Teehäusern gibt es nicht nur Tee, Kaffee und süße Leckereien, sondern auch eine große Auswahl an salzigen Snacks und kleinen Gerichten. Du könntest Dich stundenlang durch die Speisekarte arbeiten.
Unsere Tour mit Grasshopper Adventures
Wir buchten bei Grasshopper Adventures, weil das Unternehmen gute Bewertungen und eine vernünftige Website hatte. Es war auf Fahrradtouren durch Südost- und Südasien spezialisiert, bot aber auch diese Food Tour an.
- Kosten: 35 USD pro Person, inklusive aller Speisen und Getränke.
- Dauer: Etwa vier Stunden, von 8:00 Uhr bis mittags.
- Transportmittel: Fahrradrikscha.
- Ende: Die Tour endete am letzten Restaurant.

Die Route hatte sechs sehr unterschiedliche Stopps:
- Ein typisches Frühstück mit Tempura sowie weißem und schwarzem Klebreis.
- Mohinga-Fischsuppe mit Reisnudeln, Bananenstamm und Ei.
- Ein lokaler Markt mit Obst, Gemüse, frischem Fleisch und Fisch.
- Ein Teehaus mit Klebreiskuchen, Bananenkuchen, Grießkuchen, Tee und Kaffee.
- Ein Stand mit frischen Fruchtshakes.
- Chilisalat zum Mittagessen.
Sehr wichtig: Wenn Du diese Tour machst, iss vorher nichts. Das Wichtigste ist ein leerer Magen. Sie werden ihn füllen, keine Sorge.
Mit einem burmesischen Frühstück in den Tag
Mit einem burmesischen Frühstück in den Tag zu starten bedeutet, schon morgens mehr Kalorien zu essen, als wir zu Hause normalerweise in einer Woche zu uns nehmen würden. Danach fühlten wir uns wie nach Heiligabend, als bräuchten wir mindestens eine Woche lang nichts mehr zu essen.

Wir probierten Mais in Tempura, Bohnen in Tempura, Hühnchen und viele weitere frittierte Leckereien, alles serviert mit weißem und schwarzem Klebreis. Die Einheimischen setzten sich entweder zum Essen hin oder holten ihr Frühstück auf dem Weg zur Arbeit in kleinen Plastiktüten ab.
Mohinga-Fischsuppe
Unser nächster Stopp war für Mohinga bekannt, eine Fischsuppe, die zum Frühstück oder als Snack zwischendurch gegessen wird. Wer Zeit hatte, aß sie vor Ort, aber Take-away war genauso beliebt: die Suppe in einer Plastiktüte, die übrigen Zutaten in einer anderen.
Zur Suppe gab es Nudeln, ein ganzes gekochtes Ei, Bananenstamm und verschiedene Kräuter. Sie sah nicht besonders appetitlich aus, schmeckte aber tatsächlich besser, als sie aussah.

Der lokale Markt
Vor unserem ersten richtigen Besuch in einem Teehaus in Mandalay war es Zeit für den obligatorischen lokalen Markt. Während unserer Zeit in Asien waren wir schon an unzähligen Märkten vorbeigekommen. Man musste selten gezielt nach einem suchen, weil man auf dem Weg von A nach B normalerweise ohnehin durch einen lief.

Wir hatten köstliche und weniger köstliche Dinge gesehen: rosa Eier, ungekühltes Fleisch und Fisch, bunte Blumen, die all den weniger angenehmen Gerüchen eine angenehme Note hinzufügten, sowie Berge von Kräutern, Obst und Gemüse.

Dieser Marktbesuch war anders, weil wir einen Guide dabei hatten. Er erklärte uns, was die Menschen aus all den Dingen um uns herum kochten, und verriet uns, was jene Sachen waren, bei denen wir bei früheren Besuchen völlig ratlos geblieben waren.
Wir erfuhren, dass Hühnerfüße sehr lange gekocht wurden, bis sie weich genug für einen Salat waren. Vögel wurden noch mit ihren Federn verkauft und erst zubereitet, wenn jemand einen kaufte. In der Gewürzabteilung gab es eine geheimnisvolle grüne Fischpaste, die in kleinen Stücken verkauft wurde, offenbar fast jedes Gericht besser machte und mindestens ein Jahr haltbar war.

Eier gab es überall. Bei einer Spezialität, so erzählte uns unser Guide, wurde ein gekochtes Ei in Sandstein eingewickelt. Dann wartete man, bis es sauer wurde, und genoss anschließend seinen sehr besonderen Geschmack.

Das Teehaus
Das Teehaus war unser persönliches Highlight. Wir probierten süße und scharfe Snacks und Kuchen und liebten fast alles. Auch Tee und Kaffee waren sehr gut.
Zuerst kam eine Auswahl indischer und burmesischer herzhafter Snacks mit verschiedenen Dips. Danach waren die Süßigkeiten dran: Klebreiskuchen, Bananenkuchen und Grießkuchen. Sie schmeckten ganz anders als Kuchen zu Hause, waren aber köstlich. Wenn Du Mandalay besuchst, solltest Du unbedingt etwas Zeit in einem der Teehäuser verbringen.

Chilisalat zum Mittagessen
Nach einem frischen Fruchtsaft erreichten wir unseren letzten Stopp: ein Restaurant, das angeblich einen der besten Chilisalate der Stadt servierte. Wir konnten ihn europäisch scharf, scharf oder superscharf bestellen. Bevor wir uns entschieden, bekamen wir einen Teller mit allen drei Varianten zum Probieren.
Der Salat bestand aus verschiedenen Bohnen, Nüssen, Chilis und anderen lokalen Zutaten. Er war nicht schlecht, aber die Menge an Öl gefiel uns nicht. Wir sahen bei der Zubereitung zu: Der Koch mischte alles zusammen, holte einen Behälter mit gefühlt fünf Litern Pflanzenöl und goss eine sehr großzügige Menge davon über den Salat. Auf diesen Teil hätten wir gut verzichten können.

Die Tour wurde zu einem der unvergesslichsten Teile unserer 2,5 Tage in Mandalay, auch wenn unsere Mägen danach etwas Zeit brauchten, um sich zu erholen.