Im Joshua Tree Nationalpark ließen wir Los Angeles hinter uns und fuhren zurück in die Wüste. Wer von Kalifornien in Richtung Nevada oder Arizona reist, kann ihn problemlos an einem Tag durchqueren. Der Park ist allerdings wesentlich abwechslungsreicher, als ein kurzer Blick auf die Karte vermuten lässt.
Nicht nur die Tausenden Josua-Palmlilien in seinem nordwestlichen Teil prägen ihn. Es gibt riesige Felsformationen, Kakteen und weite Wüstenlandschaften, und während der Fahrt von einem Ende des Parks zum anderen verändert sich die Szenerie vollständig.
Durch den Westeingang in den Joshua Tree Nationalpark
Wir fuhren durch die West Entrance Station in den Park. Im Besucherzentrum erhielten wir eine detaillierte Karte, auf der Aussichtspunkte, Spazierwege und Wanderungen eingezeichnet waren. Eine Hauptstraße führt ungefähr von den nordwestlichen Eingängen hinunter nach Cottonwood im Süden. Um sich zu verfahren, muss man sich daher wirklich anstrengen.
Joshua Tree eignet sich gut für eine Panoramafahrt, bietet aber auch kurze Spaziergänge, längere Wanderungen und zahlreiche Möglichkeiten zum Klettern. Wir kombinierten die Fahrt mit mehreren Stopps und einem einfachen Rundweg.

Keys View über dem Coachella Valley
Vom Keys View blickten wir weit über das Coachella Valley bis nach Palm Springs. Es gab genug Felsen zum Sitzen und damit den perfekten Ort für ein Getränk, einen Snack und eine Pause vom Campervan.

Von oben sah der Park trocken und leer aus, eintönig fühlte er sich jedoch nie an. Alle paar Kilometer verschob sich das Verhältnis zwischen Felsen, Sand, Kakteen und Josua-Palmlilien erneut.
Skull Rock und die riesigen Felsblöcke
Der Skull Rock sieht genauso aus, wie sein Name vermuten lässt. Für uns noch wichtiger war, dass die gesamte Umgebung voller gewaltiger abgerundeter Felsen und enger Durchgänge lag. Sie machten sofort Lust darauf herumzuklettern und nachzusehen, was sich hinter der nächsten Formation verbarg.


Es war einer dieser Stopps, an denen das Foto der ausgeschilderten Sehenswürdigkeit ungefähr eine Minute dauerte, während uns die Felsen rundherum deutlich länger beschäftigten.
Auf dem Split Rock Loop
Der Split Rock Loop war unser längerer Spaziergang durch die Wüste. Er führte zwischen Josua-Palmlilien und Kakteen hindurch zu zwei Formationen namens Split Rock und Face Rock. Der Face Rock sieht tatsächlich wie ein Gesicht aus, wobei das Erkennen solcher Formen immer ein wenig davon abhängt, wie viel Fantasie man mitbringt.
Der Weg war einfach genug, um ihn in unsere eintägige Route einzubauen, und bot uns die Gelegenheit, die Straße hinter uns zu lassen. Selbst bei einer kurzen Wanderung sind Wasser, Sonnencreme und ein Hut unverzichtbar. Es gibt wenig Schatten, und die trockene Hitze holt Dich schnell ein.
Sonnenuntergang im Cholla Cactus Garden
Der Cholla Cactus Garden war unser liebster Stopp zum Sonnenuntergang. Tausende Kakteen stehen dicht beieinander auf dem Wüstenboden und fangen das warme Licht ein, wenn die Sonne untergeht. Der Himmel färbte sich rosa und violett, und plötzlich wurden die eher feindselig aussehenden Pflanzen ausgesprochen fotogen.


Am besten genießt man sie mit ein wenig Abstand. Teile der Cholla-Kakteen lösen sich sehr leicht, und eines davon am Schuh oder im Bein stecken zu haben wäre ein ziemlich schmerzhaftes Souvenir.
Camping außerhalb von Joshua Tree
Im Park gab es reservierbare Campingplätze sowie Stellplätze, die nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vergeben wurden. Wir entschieden uns für freies Camping auf dem Land des Bureau of Land Management außerhalb des Südeingangs. Es war kostenlos, unkompliziert und genau das, was wir für eine Nacht vor der Weiterfahrt nach Osten brauchten.
Wenn Du im Park übernachten möchtest, ist eine frühe Buchung die sichere Variante. Bei Stellplätzen ohne Reservierung solltest Du lieber früh am Tag ankommen, statt nach Sonnenuntergang auf einen freien Platz zu hoffen.
Danach führte unsere Route weiter zum Valley of Fire und nach Las Vegas.

Was wir bei unserem eintägigen Besuch gelernt haben
- Fotografiere die Josua-Palmlilien im nördlichen Teil des Parks. In Richtung Cottonwood wird die Landschaft wesentlich stärker von Kakteen geprägt.
- Nimm mehr Wasser mit, als Du vermutlich brauchen wirst.
- Bleib auf den Wegen und achte darauf, wohin Du Deine Hände und Füße setzt. Hier leben Klapperschlangen.
- Lass genug Zeit für die Felsen rund um Skull Rock, statt ihn nur als schnelles Foto am Straßenrand zu behandeln.
- BLM-Camping ist eine nützliche Alternative, wenn die Campingplätze im Park voll oder zu teuer sind.