Im Jahr davor hatten wir in Neuseeland zum ersten Mal einen Campervan für unseren Urlaub gemietet. Wir liebten es, der Natur so nahe zu sein, und wollten diese Erfahrung in Patagonien unbedingt wiederholen. Mangels Alternativen entschieden wir uns für Wicked South America. Sie waren damals die Einzigen, die diese Art von Fahrzeug in der Region anboten. Wir mieteten das Auto für 15 Tage, inklusive Genehmigung für den Grenzübertritt nach Argentinien und Versicherung. Das Paket kostete uns etwa € 1.800,-. Ziemlich viel, wenn man bedenkt, dass wir für unseren deutlich besser ausgestatteten Spaceship Campervan in Neuseeland für 4 Wochen nur € 2.100,- bezahlt hatten. Mit dem Service von Wicked South America waren wir insgesamt aber wirklich zufrieden. Die Kommunikation mit dem Büro vor unserer Reise war großartig. Auch Alejandro, der für die Vermietung in Punta Arenas zuständig war, machte einen hervorragenden Job: Er erklärte uns den Wicked Campervan und gab uns nützliche Tipps fürs Autofahren in Patagonien.
Was bekommst Du für Dein Geld?
- Nun, ganz offensichtlich einen Campervan. Das Auto ist ein Chevrolet N300 Max und bietet Platz für 2 Personen. Größere Vans für bis zu 6 Personen sind ebenfalls erhältlich. Eine detaillierte Übersicht bekommst Du direkt bei Wicked.
- Eine Matratze im hinteren Bereich für einen erholsamen Schlaf
- Viel Stauraum im hinteren Bereich
- Einen Campingtisch und zwei Stühle
- Einen Campingkocher
- Eine Kühlbox
- Kochgeschirr, Besteck und Geschirr
- Einen Benzinkanister und ein Notfallset für den Fall einer Panne
Eigentlich kannst Du mit dem Van direkt nach der Übernahme zum Campen aufbrechen. Mitbringen musst Du nur Kissen und gute Schlafsäcke, denn nachts kann es richtig kalt werden. Weiter unten findest Du einige Bilder vom Van und seiner Ausstattung. Von außen ist das Auto darauf schon ziemlich schmutzig, weil ich die Fotos erst nach 3.000km durch Patagonien aufgenommen habe. Eine Panne hatten wir bis dahin übrigens keine einzige.
Übrigens hat jeder Wicked Campervan sein eigenes Design. Unserer war der sogenannte 3D Van. Auf der Rückseite stand „Si ves doble es porque estas borracho!“, also: Wenn Du doppelt siehst, liegt es daran, dass Du betrunken bist. Andere Touristen erzählten uns immer wieder, dass sie uns schon auf der Straße gesehen hatten. Dank des auffälligen Designs erinnerten sie sich sofort an uns.









Innenraum
Das Cockpit ist wirklich schlicht und bietet außer einem Radio mit CD-Player, der auch MP3s abspielt, keinerlei Schnickschnack. Es gibt weder einen AUX-Eingang noch Bluetooth, um Dein Handy anzuschließen und während der Fahrt Musik zu hören. Auch eine Geschwindigkeitsanzeige, elektrische Fensterheber und ausreichend Ablagefläche für kleinere Gegenstände suchst Du vergeblich.
Insgesamt bekamen wir das Auto in einem guten und sauberen Zustand, besonders wenn man die bereits 120.000km auf dem Tacho bedenkt. Der hintere Bereich war vollständig fürs Campen ausgebaut. Unter der Liegefläche gab es viel Stauraum für Taschen, zum Schlafen legten wir die Matratzen darauf. Das war tatsächlich ziemlich bequem, weil das Auto sehr hoch ist und viel Beinfreiheit bietet. An der Heckklappe befindet sich außerdem eine kleine Küche mit integriertem Spülbecken. Das Wasser kommt aus einem Behälter, den Du daran anschließt. Wir verwendeten dafür eine große 5-Liter-Wasserflasche aus einem örtlichen Supermarkt.










Fahrerlebnis
Angesichts der vielen Kilometer auf dem Tacho war die Fahrt im Wicked Campervan nicht gerade luxuriös. Die Kupplung hatte keinen klaren Schleifpunkt. In den ersten Tagen war es daher immer ein Ratespiel, wo dieser Punkt tatsächlich lag. Ich gewöhnte mich aber daran und am Ende störte es mich nicht mehr. Der Motor war gut gewartet, und während unserer Mietzeit hatten wir keinerlei Probleme. Eine Servolenkung gab es allerdings nicht, weshalb paralleles Einparken in den Städten ziemlich mühsam war. Auch die einfache Federung war nicht besonders komfortabel. Dafür ging auf den vielen Schotterstraßen nichts kaputt, was definitiv als Pluspunkt zählt.
Generell fuhren wir nie schneller als 85 km/h, denn bei etwa 90 km/h begann das Lenkrad zu wackeln und der Motor wurde ziemlich laut, weil das Auto nur 5 Gänge hatte. Der Spritverbrauch war bei dieser Geschwindigkeit ebenfalls wirklich gut, und Du kannst das Auto sehr sparsam fahren.
Während der kurzen Mietdauer störten uns diese kleinen Ärgernisse nicht. Das Auto ließ uns nie im Stich, und damit waren wir wirklich zufrieden.
Fazit: Können wir einen Wicked Campervan empfehlen?
Insgesamt genossen wir unsere Zeit mit Wicked South America sehr. Es gab zwar ein paar Nachteile, sie hielten uns aber nicht davon ab, Patagonien in vollen Zügen zu genießen. Der Van bot viel Platz zum Schlafen, war gut mit Campingausrüstung ausgestattet und bewältigte bei niedrigem Spritverbrauch fast alle Straßen, auf die wir in Patagonien trafen. Das ist definitiv ein großer Pluspunkt. Für das, was sie bieten, sind die Campervans aus unserer Sicht trotzdem etwas überteuert. Die elektrische Ausstattung ist sehr einfach. Beim Versicherungspaket hoffst Du außerdem besser, dass Du keinen Unfall hast und die Windschutzscheibe heil bleibt, denn die einbehaltene Kaution ist ziemlich hoch. Eine zweite Batterie für einen kleinen Kühlschrank wäre ebenfalls großartig gewesen. Dann hätten wir auch Milchprodukte oder andere Lebensmittel kaufen können, die gekühlt werden müssen. Würden wir den Van trotz all dieser Punkte noch einmal mieten? Wahrscheinlich ja. Echte Alternativen gab es damals nicht, und insgesamt hatten wir eine großartige Zeit damit.