Während unserer Zeit in Patagonien legten wir fast 4.000 km (2.500 Meilen) in unserem treuen Wicked Campervan zurück. Unseren vollständigen Erfahrungsbericht über den Van kannst Du in einem eigenen Beitrag lesen. Bevor wir Dir einige Eindrücke von den scheinbar endlosen Straßen zeigen, möchten wir Dir ein paar Tipps fürs Autofahren dort unten geben.
Kraftstoff & Schotterstraßen
Das Wichtigste zuerst: Behalte IMMER den Tankstand Deines Autos im Auge. Zwischen zwei Tankstellen liegen manchmal mehr als 200 km (120 Meilen) reines Nichts. Dort möchtest Du wirklich nicht ohne Sprit liegen bleiben und darauf warten müssen, dass jemand vorbeikommt und Dir hilft. Wir füllten den Tank deshalb bei jedem Stopp in einer größeren Stadt oder einem größeren Ort komplett auf.
Du wirst außerdem auf ziemlich viele Schotterstraßen treffen. Damit die Fahrt auf den holprigen Pisten möglichst angenehm bleibt, solltest Du versuchen, mindestens 50 – 60 km/h (30 – 35 mph) zu fahren. Bei dieser Geschwindigkeit verschwinden viele Unebenheiten beim Darüberfahren wie von Zauberhand und die Fahrt wird erstaunlich ruhig. Natürlich musst Du langsamer werden, wenn die Straße es nicht anders zulässt. Schleiche aber nicht aus Angst mit 10 km/h dahin, wie es manche Fahrer tun.
Für die Schotterstraßen haben wir noch einen weiteren Rat: Wenn Du von Puerto Natales in Chile nach El Calafaté / El Chaltén in Argentinien fährst, nimm die Route über das kleine Städtchen Esperanza. Auf der Karte sieht eine andere Straße zwar nach einer gewaltigen Abkürzung aus, sie ist aber nicht asphaltiert. Ohne 4×4-Geländewagen brauchst Du dort deutlich länger. Außerdem darfst Du diese Straße mit den Wicked Campervans nicht befahren und verlierst bei einem Zwischenfall Deinen Versicherungsschutz.
Grenzübertritt
Nimm beim Grenzübertritt von Chile nach Argentinien keinen gefüllten Benzinkanister mit. Sie werden Deinen Kofferraum kontrollieren und ihn Dir abnehmen. In der anderen Richtung, bei der Einreise nach Chile, solltest Du kein Obst dabeihaben. Sie kontrollieren Dein Auto gründlich und beschlagnahmen jedes Obst, das sie finden. Eigentlich ist es eine gute Idee, auf dem Formular immer anzugeben, dass Du Obst bei Dir hast, selbst wenn das nicht der Fall ist. Dein Auto wird ohnehin kontrolliert, und falls sie etwas Verbotenes finden, kannst Du so eine saftige Geldstrafe vermeiden.
Der Papierkram beim Grenzübertritt ist an sich ziemlich unkompliziert. Wenn Du Spanisch sprichst, ist es überhaupt kein Problem. Vermutlich sprechen die Grenzbeamten auch Englisch. Stell Dir einfach vor, Dein Auto sei ein weiterer Passagier, für den Du ebenfalls alle Formalitäten erledigen musst. Bring sämtliche Unterlagen mit und folge den Schildern und einzelnen Schritten.
Fähre nach Tierra del Fuego
Auch die Überfahrt mit dem Auto vom patagonischen Festland nach Tierra del Fuego ist einfach. Fahr nach Punta Delgada und nimm dort die Fähre. Einen Platz musst Du nicht im Voraus reservieren, da die Fähren ziemlich häufig ablegen. Denk nur daran, genügend Geld mitzunehmen. Bei unserem Besuch im Jahr 2016 wurde ausschließlich Bargeld akzeptiert. Eine einfache Fahrt kostete Ende 2016 noch 15.000 chilenische Pesos oder den entsprechenden Betrag in argentinischer Währung. Bezahlen konntest Du in beiden Währungen. Der Preis kann sich inzwischen natürlich geändert haben.
Camping
Den besten Tipp haben wir uns bis zum Schluss aufgehoben. In Patagonien kannst Du überall campen, wo es nicht ausdrücklich verboten ist. Eine Ausnahme bilden die Nationalparks. Dort darfst Du nur auf ausgewiesenen Campingplätzen oder auf einem Parkplatz übernachten. Auf den Parkplätzen findest Du zwar Schilder, die Camping verbieten. Wenn Du wie wir mit einem Campervan unterwegs bist, parkst Du dort technisch gesehen aber nur über Nacht und campst nicht. So kannst Du an einigen der unglaublichsten Orte mitten im Nirgendwo schlafen!






















