Unsere letzten Tage in den USA vor Kanada verbanden drei völlig unterschiedliche Stopps. Wir folgten Kurt Cobains Spuren in Aberdeen, verbrachten zwei Nächte auf der Olympic Peninsula und beendeten den Abschnitt bei Boeing in Everett. Dort wurden die Flugzeuge, die wir auf unserer Weltreise ständig benutzt hatten, plötzlich selbst zur Sehenswürdigkeit.
Die Route führte uns von der Küste Oregons nach Washington. Port Angeles wurde für zwei Nächte zu unserem Ausgangspunkt, bevor wir nördlich an Seattle und Everett vorbei in Richtung Vancouver weiterfuhren.
Auf Kurt Cobains Spuren durch Aberdeen
Aberdeen war für uns kein zufälliger Stopp. Wir kamen wegen Kurt Cobain und der Orte, die noch immer mit seiner Geschichte verbunden waren: sein Elternhaus, die Gedenkstätte am Cobain Landing und das Ortsschild mit den Worten „Come As You Are“. Das würde nie ein durchgestalteter Museumsbesuch werden. Die Orte waren gewöhnliche Häuser, ein kleiner Platz am Fluss und ein Schild neben der Straße.


Genau das machte den Umweg interessant. Die Spuren waren noch Teil der Stadt, statt in einer einzigen Attraktion gesammelt zu sein. Wir fanden die einzelnen Orte, machten unsere Fotos und verließen Aberdeen mit einem viel besseren Gefühl dafür, wie klein die Umgebung hinter einer so großen Musikgeschichte tatsächlich war.

Zwei Nächte auf der Olympic Peninsula
Von Aberdeen fuhren wir weiter in Richtung Port Angeles. Auf der Olympic Peninsula wurden Oregons offene Küste durch Wald, Berge und tiefe Wolken ersetzt. Wir hatten zwei Nächte in der Stadt und damit einen ganzen Tag für den Nationalpark, statt die Halbinsel nur als weitere lange Fahrt nach Norden zu behandeln.


In den Bergen war der Frühling noch deutlich sichtbar. Auf den höheren Graten lag Schnee, während Wolken durch die Täler zogen und den Ausblick immer wieder veränderten. In einem Moment lag eine Reihe von Gipfeln hinter uns, wenig später verschwand die Straße im Nebel. Die Landschaft funktionierte auch ohne dramatisches Wanderprogramm.

Nebel, Wasser und die Straße nach Norden
Die Fotos dieses Tages wechseln zwischen weiten Bergblicken, einer vollständig nebligen Straße und ruhigem Wasser nahe dem Wald. Das ist wahrscheinlich die ehrlichste Version unseres Besuchs auf der Olympic Peninsula. Es war nicht ein berühmter Aussichtspunkt unter perfektem blauem Himmel, sondern mehrere verschiedene Varianten der Halbinsel innerhalb weniger Stunden.

Als wir Port Angeles verließen, war Kanada bereits das nächste Land auf unserer Route. Ein Stopp in Washington stand noch auf unserer Liste: das Boeing-Werksgelände in Everett.
Warum wir Boeing in Everett sehen wollten
Als Weltreisende hatten wir natürlich eine besondere Beziehung zur Luftfahrt. Unser Hobby zwang uns zu vielen Flügen und nach mehr als sechs Monaten voller Flughäfen wollten wir sehen, wie die Flugzeuge eigentlich gebaut wurden. Boeings Future of Flight Tour passte perfekt in die Route nach Vancouver.
Das Werk liegt in Everett, rund 30 Meilen nördlich von Seattle und nur wenige Meilen von der Interstate 5 entfernt. Man kann es im Rahmen eines Halbtagesausflugs von Seattle besuchen. Wir hielten auf dem Weg nach Kanada und das Parken am Gelände war kostenlos.

Die 90-minütige Werksführung
Wir buchten die Tickets online. Es war wichtig, den richtigen Standort auszuwählen, weil Boeing an einem anderen Ort in den USA eine weitere Besuchereinrichtung betrieb. Im Tourzentrum wurden unsere Tickets ausgedruckt, bevor die Gruppe den Produktionsbereich betrat.
Kameras, Mobiltelefone, Taschen, Essen und Getränke waren auf der geführten Tour nicht erlaubt. Alles musste im Auto oder in den kostenlosen Schließfächern beim Eingang bleiben. Die Tour selbst dauerte rund 90 Minuten und führte durch die riesigen Montagehallen. Unter der Woche konnten Besucher den Mitarbeitern bei der Arbeit an den Flugzeugen zusehen. Am Wochenende standen die Produktionslinien still, obwohl die Dimensionen der Hallen und Flugzeuge auch für sich beeindruckend genug waren.

Triebwerke, Ausstellungsstücke und ein offizielles Foto
Nach der Werksführung gingen wir ohne Guide durch die Ausstellung. Es gab Triebwerke von GE und Rolls-Royce, Flugzeugabschnitte und Schautafeln, die Teile der Physik hinter dem Fliegen erklärten. Für 8 USD pro Person konnte man einen Flugsimulator nutzen, er war jedoch nicht in der Tour enthalten.


Da unsere eigenen Kameras in der Fabrik nicht erlaubt waren, wurde das Tourfoto vor Ort bereitgestellt. Es zeigte uns vor der Montagehalle und blieb das einzige Bild aus diesem Teil des Besuchs. Außerhalb des gesperrten Bereichs durften wir wieder selbst fotografieren.

Von Everett über die Grenze
Nach Boeing fuhren wir weiter nach Vancouver, wo unsere erste kanadische Unterkunft bereits wartete. Washington hatte mit dem Roadtrip am Pazifik begonnen und endete mit einem weiteren Grenzübertritt. Aberdeen, Olympic und Everett machten den Bundesstaat aber zu viel mehr als nur zur Entfernung zwischen Oregon und Kanada.