Ein freundlicher Hinweis, falls Du Angst vor Schlangen hast und nicht einmal Bilder von ihnen ansehen kannst … In diesem Artikel gibt es einige Fotos von ihnen. Entscheide bitte selbst, ob Du nach unten scrollen möchtest. Wir erwähnen das nur, weil Bianca bis vor wenigen Jahren selbst eine wirklich starke Phobie hatte.
Wir verbrachten einen echten „Crikey!“-Tag im Australia Zoo, einem der vielen Vermächtnisse des Crocodile Hunter Steve Irwin.

„The Crocodile Hunter“
„Oh my God, look at this beauty“: Wer erinnert sich nicht an dieses berühmte Zitat von Steve Irwin? Dabei sprach er nicht von seiner Frau. Wann immer er irgendwo auf der Welt im Gebüsch eine Schlange, ein Krokodil, einen Skorpion oder irgendein anderes tödliches oder ungefährliches Tier sah, war er von dessen unendlicher Schönheit begeistert.
Irwin wuchs in Australien auf und kam schon früh mit Reptilien in Kontakt, da sein Vater im Auftrag der australischen Regierung professionell Reptilien aus bewohnten Gebieten in unberührte Natur umsiedelte. Seine erste „Schönheit“, eine Python, bekam er zu seinem 6. Geburtstag. Im Alter von 9 Jahren begann er, Tiere zu jagen. Daraus wurde nicht nur seine Leidenschaft, sondern auch sein Beruf. Er widmete sein Leben dem Reisen rund um die Welt, suchte nach tödlichen Tieren und versuchte, sie zu retten (auch durch die Zucht gefährdeter Arten). Er trat in Fernsehsendungen auf, bekam seine eigene TV-Show und wurde weltweit berühmt. Irwin starb 2006 nach einer unglücklichen Begegnung mit einem Stachelrochen während Dreharbeiten am Great Barrier Reef.
Australia Zoo: Berühren erlaubt
Der Australia Zoo liegt in Beerwah, Queensland, ungefähr 1 Autostunde nördlich von Brisbane. Das Ziel des Zoos lautet „Naturschutz durch Bildung“. Tiere sollen also nicht nur ausgestellt werden, die Besucher erfahren auch mehr über sie und ihr Verhalten. Der Zoo ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt und besitzt außerdem eine Tierklinik (gegen Aufpreis). Am Eingang bekommst Du einen kleinen Plan, der bei der Gestaltung Deines Tages im Zoo wirklich hilft. Darauf stehen auch alle Showzeiten, zu denen Tierpfleger die Tiere füttern und den Besuchern mehr über sie erzählen. Über den Tag verteilt sind Tierpfleger mit Tieren wie Schlangen, Koalas oder Vögeln unterwegs. Du darfst sie berühren und fotografieren. Daneben gibt es begehbare Bereiche, in denen sich die Tiere frei bewegen (also nicht in einem abgezäunten Gehege) und Du sie füttern und streicheln kannst.



Highlights im Australia Zoo
Für uns ist der Australia Zoo ein echtes Highlight und einen Besuch absolut wert. Er ist voller Tiere, wunderschöner Bereiche, in denen Du Dich wie auf einem anderen Kontinent fühlst (Afrika und Asien), freundlicher und lehrreicher Mitarbeiter und zahlreicher Shows, die im Grunde Deinen Zeitplan für den Tag bestimmen. Hier sind unsere persönlichen Highlights:
Die 12:00-Uhr-Show im Crocoseum
Die charakteristische Show des Australia Zoo, und sie ist wirklich unterhaltsam. In einer etwas amerikanischen Inszenierung („Ahhh, es ist so großartig, Euch heute alle hier zu haben. Willkommen im besten, größten, fantastischsten Zoo aller Zeiten, in dem Ihr jetzt die beste, größte, fantastischste Krokodilshow aller Zeiten erleben werdet“, blablabla …) erzählen die Tierpfleger die Geschichte des Zoos, erklären, wie man sich bei einem Schlangenbiss verhält, und präsentieren viele Vögel des Zoos. Beim großen Finale betritt ein Krokodil die „Bühne“ und wird von einem Tierpfleger gefüttert. Der patscht natürlich mit den Füßen durchs Wasser, um das Krokodil anzulocken, und läuft dann davon, als es gefährlich nahe kommt. Spannung garantiert 😉


Koalafütterung
Es gibt viele verschiedene Tiershows (Schildkröten, Seeotter, Greifvögel). Abgesehen von der Show im Crocoseum war die Koalafütterung für uns jedoch die beste. Tierpfleger Sam, ein sehr sympathischer Koala-Enthusiast, erzählte uns alles über das Verhalten der kleinen grauen Fellknäuel. Wir erfuhren, dass Koalas mit ihrem dicken Fell immer warm ist, die Natur im Laufe der Evolution aber trotzdem keinen Weg gefunden hat, ihnen zu helfen. Sie tragen ihr Junges nur ungefähr 35 Tage lang, bevor sie ein kleines rosafarbenes Koalababy zur Welt bringen, das wie ein Gummibärchen aussieht. Danach ist es ungefähr ein Jahr lang vollständig von der Mutter abhängig. Es wird im Beutel getragen und gesäugt. Wird die Mutter anschließend wieder schwanger, muss das Junge ausziehen, um Platz für das Neugeborene zu machen. Falls nicht, kann es bis zu 3 Jahre bei der Mutter bleiben, bevor es sie schließlich verlässt und sein eigenes Revier gründet. Nach der Informationsrunde durften wir den Koala streicheln und natürlich Fotos machen.


Begehbares Koalagehege
Der Koala Walk-Through ist ein eigener Bereich, in dem Koalas auf niedrigen Bäumen sitzen. Du kannst Fotos machen und sie streicheln. Sie werden jeden Tag ausgetauscht, damit nicht immer derselbe Koala ohne Pause angestarrt, von den Blitzen der Kameras und Smartphones geblendet und täglich von 276.489 Händen gestreichelt wird.

Känguru-Himmel
Wenn Du im Zoo ankommst, ohne Kängurus zuvor in freier Natur begegnet zu sein, ist dieser Ort sehr spektakulär. Falls Du sie bereits gesehen hast, ist er immer noch spektakulär, denn Du darfst sie füttern und sie fressen aus Deiner Hand. Du kannst Fotos machen und ihren einzigartigen Sprungstil beobachten.
Wichtig: Du darfst ihnen ausschließlich das dafür vorgesehene „ROO FOOD“ geben, das im Shop des Zoos verkauft wird. Nichts anderes.


Australische Schlangen
In diesem Teil des Zoos kannst Du eine Auswahl der giftigsten Schlangen Australiens „bewundern“ (und einige Klapperschlangen sowie eine Königskobra, die Mr. „Crocodile Hunter“ Irwin auf seinen Reisen rund um die Welt gefunden beziehungsweise gerettet hatte). Sozusagen die Elite der gefährlichen Bande. Es ist ziemlich sinnvoll, sie hier anzusehen und sich ihr Aussehen einzuprägen, damit man sie a) bei einer ungewollten Begegnung in der Natur oder b) im sehr unwahrscheinlichen Fall eines Bisses erkennen kann. Für uns sahen viele von ihnen gleich aus (bräunlich-graue, feuchte Muskelschläuche, obwohl sie das gar nicht sind, denn Schlangen sind vollkommen trocken). In der Natur hätten wir daher wohl keine wirklich erkannt.

Ausgestellte Schlangen (eine Auswahl der häufigsten Arten an der Ostküste):
Fierce Snake: Die giftigste Schlange der Welt, die voller Stolz ausschließlich in Australien beheimatet ist (deutsch: Inlandtaipan). Eines dieser Biester kann mit nur einem Biss bis zu 60 erwachsene Männer töten. Verrückt!!! Sie kommen beispielsweise in Zuckerrohrfeldern in Queensland vor. Also kein Spazieren, Wandern oder Spielen im Zuckerrohr.
Eastern Brown Snake: Die 2. giftigste Schlange der Welt, die voller Stolz ausschließlich in Australien beheimatet ist. Die Braunschlange kommt in ganz Australien vor, im westlichen Teil heißt sie jedoch Western Brown Snake. Die Eastern Brown lebt praktisch überall, und das sind wirklich schlechte Nachrichten. Allerdings sind die Tiere sehr scheu und wollen von Menschen eigentlich nicht gesehen werden. Deshalb verstecken sie sich gewöhnlich im Gebüsch. Also kein Spazieren, Wandern oder Spielen im dichten australischen Busch abseits markierter Wege.
Death Adder: Natürlich ebenfalls sehr giftig und hervorragend getarnt (so gut, dass wir 10 Minuten brauchten, um sie im 2 m2 großen Terrarium zu entdecken). Todesottern sind nicht ganz so scheu wie die anderen und tauchen gelegentlich auch an markierten Wegen auf (wir haben allerdings von niemandem gehört, der einer begegnet wäre). Wenn Du eine siehst, warte einfach, bis sie sich ins Gebüsch zurückzieht. Das kann eine Weile dauern, weil sie faule und entspannte Tiere sind.
Red Bellied Black: Auch das ist eine Giftschlange. Einheimische erzählten uns, sie sei nicht ganz so giftig wie die anderen. Sie ist schwarz und hat einen roten Bauch, also lässt sie sich leicht erkennen (ja, wie gut, dass man den Bauch einer Schlange immer sehen kann J).

Allgemeine Informationen zum Umgang mit dem „Schlangenthema“ in Australiens Natur (gilt auch für Afrika und jedes andere Land, in dem sie häufig vorkommen):
- Stampfen ist ein guter Laufstil. Schlangen sind völlig eingeschränkte Tiere (keine Arme, keine Füße, keine Ohren), haben aber einen guten Sinn für ihre Umgebung. Sie spüren Erschütterungen aus großer Entfernung und ziehen sich zurück, bevor Du sie überhaupt zu Gesicht bekommst.
- Wenn sich Stampfen nicht sicher genug anfühlt, kannst Du auch einen Stock verwenden, um Deinen Weg abzusichern und den Boden vibrieren zu lassen.
- GEH NICHT INS GEBÜSCH: Verlasse niemals den markierten Weg. Schlangen lieben die Wildnis, sie ist ihr Zuhause. Bleibst Du auf dem Weg, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Du eine siehst.
- Überschreite niemals die Komfortzone einer Schlange. Wenn Du eine siehst, gib ihr ausreichend Zeit und Platz, um sich zurückzuziehen.
Hingehen oder nicht?
Der Australia Zoo ist einer der besten Zoos, die wir je besucht haben, wenn nicht DER beste. Wir gehen sehr oft in Zoos (in solche mit Capybaras, etwa Schönbrunn in Wien und Herberstein in der Steiermark), weil Bianca unsterblich in Capybaras verliebt ist und noch nie in ihrem Leben die Gelegenheit hatte, eines in freier Natur zu sehen (anscheinend kommen sie in Venezuela in großer Zahl vor, aber wir reisen nicht dorthin, weil es zu gefährlich ist. In Panama besuchten wir die Region, in der sie leben, nicht. So bleibt Bianca vorerst ohne Capybara-in-freier-Natur-Erlebnis). Obwohl es dort keine Capybaras gibt, liebten wir den Australia Zoo. Er ist sehr authentisch, lehrreich und unterhaltsam. Trotz des ziemlich hohen Eintrittspreises (59 AUD / Person) empfehlen wir einen Besuch sehr.