Mount Rushmore kannten wir schon lange, bevor wir überhaupt daran dachten, durch South Dakota zu fahren. Nicht erwartet hatten wir, wie viel es rundherum zu sehen gab: einen unterirdischen Auftakt in der Jewel Cave, Bisons neben der Straße, die fremdartigen Formationen der Badlands und einen Campingplatz, an dem die Landschaft den Großteil der Unterhaltung übernahm.
Auf kurzer Distanz wechselten wir von einer Höhle unter den Black Hills zu einem Monument, das in sie hineingemeißelt wurde, und dann hinaus in die offene Prärie und die erodierten Formationen des Badlands Nationalparks. Es war eine jener Strecken, auf denen sich die Landschaft jedes Mal zu verändern schien, sobald wir wieder ins Auto stiegen.
Die lange Straße nach Hot Springs
Nach Grand Teton verbrachten wir eine zweckmäßige Nacht in Riverton und fuhren weiter Richtung Osten durch Wyoming bis Hot Springs in South Dakota. Diese Route drehte sich nicht länger um einen einzelnen Nationalpark. Für den folgenden Tag standen bereits mehrere völlig unterschiedliche Orte auf dem Programm.
Hot Springs bot uns einen Ausgangspunkt nahe dem Süden der Black Hills. Von dort konnten wir zuerst die Jewel Cave erreichen und noch am selben Tag zum Mount Rushmore und weiter in die Badlands fahren.
Unter der Erde in der Jewel Cave
Die Jewel Cave wurde zum unterirdischen Beginn unseres Tages. Statt einer weiteren breiten Straße oder eines offenen Aussichtspunkts führte uns der erste Stopp unter die Black Hills, bevor wir ans Tageslicht zurückkehrten und Richtung Mount Rushmore weiterfuhren.
Der Besuch veränderte auch den Rhythmus unserer Route. Eine Weile blickten wir weder über offene Landschaften noch hielten wir an Aussichtspunkten. Dann kamen wir wieder an die Oberfläche und fuhren zu einem der bekanntesten Monumente des Landes.
Mount Rushmore bei Tageslicht
Mount Rushmore tauchte über den Bäumen auf, noch bevor wir die Grand View Terrace erreichten. Aus der Nähe von unten nahmen die vier Gesichter viel weniger vom Berg ein, als die bekannten Fotos vermuten lassen. Die Terrasse und der lange Zugang rahmten das Monument ebenso sorgfältig ein wie der Fels selbst.


Wir kamen früh genug an, um den Hauptbereich noch bei Tageslicht zu erkunden und die Details im Granit zu sehen. Der Besuch des Monuments selbst war kostenlos, für den Parkplatz direkt neben dem Besucherbereich mussten wir allerdings bezahlen.

Warten auf die Beleuchtung
Wir blieben auch nach Sonnenuntergang, statt mit den Tagesbesuchern aufzubrechen. Als das Licht verschwand, wurden das Amphitheater und die Besuchergebäude Teil der Szenerie, während der Berg dahinter beinahe verschwand.

Sobald das Monument beleuchtet wurde, tauchten die Gesichter allein vor dem dunklen Himmel wieder auf. Es war das letzte Foto aus den Black Hills, bevor wir nach Osten zu unserem Campingplatz in den Badlands fuhren.

Von den Black Hills in die offene Prärie
Nach dem Mount Rushmore veränderte sich die Straße schnell. Bewaldete Hügel wichen Grasland, weiten Sichtachsen und der tief stehenden Abendsonne. Den Tag über waren wir von einem geplanten Stopp zum nächsten gefahren. Auf dem Weg in die Badlands öffnete sich die Landschaft endlich wieder.

Wir schliefen auf einem Campingplatz in den Badlands im Auto. Es war eine weitere kostenlose Übernachtung auf unserer Reise und brachte uns direkt neben jene Landschaft, die wir am nächsten Morgen sehen wollten.
Bisons auf der Straße
Die ersten Fotos aus dem Badlands-Abschnitt zeigen überhaupt keine Felsen. Bisons standen mit der Prärie im Hintergrund auf der Schotterstraße und bestimmten das Tempo für alle anderen Verkehrsteilnehmer. Wir hielten Abstand und warteten, während sie die Straße für sich beanspruchten.

Hinter ihnen begann der Boden auseinanderzubrechen. Grüne Falten der Prärie endeten an hellen Graten und Rinnen. Dadurch war der Übergang vom Grasland in die eigentlichen Badlands deutlich sichtbar und nicht allmählich.

Zwischen den Graten der Badlands
Aus der Ferne wirkten die Formationen weich, doch sobald wir zwischen ihnen gingen, erschienen sie deutlich schärfer. Farbbänder zogen sich durch das Gestein, schmale Grate fielen in trockene Rinnen ab und fast jeder höhere Punkt eröffnete einen weiteren Blick über den Park.


Auf den Fotos wurden Menschen zu winzigen Größenmaßstäben. Anders als die hohen Bergparks hinter uns versteckten die Badlands ihre Form nicht hinter Wald. Die gesamte Landschaft lag offen da und am Horizont folgte eine erodierte Linie auf die nächste.

Richtung Osten nach Sioux Falls
Von den Badlands fuhren wir weiter Richtung Sioux Falls. Minneapolis und Chicago lagen noch vor uns, aber dies war die letzte Nationalparklandschaft unserer Reise. Nach Monaten voller Wüsten, Küsten, Berge und Wälder sah die letzte völlig anders aus als alle zuvor.