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Heißluftballons schweben bei Sonnenaufgang über den Tempeln von Bagan
Myanmar

Bagan: Die wunderschöne Stadt der 2.000 Pagoden

Bevor wir ankamen, hatten wir so ziemlich jede Meinung über Bagan gelesen. Dann verbrachten wir drei Tage zwischen Tausenden Tempeln, Sonnenaufgängen und Heißluftballons und machten uns unser eigenes Bild.

Reisetagebuch Myanmar 8 Min. Lesezeit

Bagan war der zweite Stopp auf unserer Tour durch Myanmar. Während der Reisevorbereitung hatten wir viel über Bagan gelesen. Von „es ist atemberaubend schön“ bis „es ist sehr touristisch und keinen Besuch wert“ war jede Meinung dabei. Da wir uns zwar grundsätzlich gerne von den Meinungen anderer inspirieren lassen, uns aber eigentlich einen Scheiß darum scheren (ja, so sind wir; Logik steckt da keine dahinter), nahmen wir Bagan natürlich in unsere Reiseroute auf.

Bagan gehört definitiv zu den bekanntesten Orten in Myanmar. Es ist nicht nur bei internationalen Touristen beliebt, auch die Menschen aus Myanmar besuchen diesen höchst spirituellen Ort, der für ihre Religion und ihren Glauben wichtig ist. Ja, es ist touristisch, aber in keiner Weise mit anderen Orten vergleichbar, die wir als touristisch bezeichnen würden.

Senkrechter Blick aus der Luft auf eine Pagode in der Archäologischen Zone von Bagan

Bagan liegt am Irrawaddy und erstreckt sich über 36 Quadratkilometer Steppenlandschaft. Es ist die größte und eine der bedeutendsten archäologischen Stätten Südostasiens. Mehr als 2.000 heilige Backsteintempel und Pagoden gehören dazu. Der Großteil der monumentalen Architektur Bagans entstand während der Blütezeit der Bagan-Zivilisation vom 11. bis zum 13. Jahrhundert. Dank seiner guten Lage am Irrawaddy war Bagan einst das Zentrum des Königreichs Burma. Der Glaube der Herrscher Bagans war stark vom Buddhismus geprägt, was sich nicht nur im Stadtbild, sondern auch im Inneren der Tempel widerspiegelt.

Bagan ist ein kulturelles und historisches Epizentrum und die Dichte an buddhistischen Monumenten ist unglaublich. Schon vor vielen Jahren sollte Bagan zum UNESCO-Welterbe werden. Auf die Liste hatte es der Ort allerdings noch nicht geschafft, weil die Anforderungen an die archäologische Restaurierung und Erhaltung nicht vollständig erfüllt worden waren.

Bagan heute

Die gesamte Stadt Bagan ist eine archäologische Zone. Um dieses Gebiet zu betreten, musst Du für fünf Tage eine Gebühr von 25.000 Kyat pro Person bezahlen.

Besucher gehen auf einen alten Backsteintempel in Bagan zu

Bagan ist im Grunde in drei große Teile unterteilt: Old Bagan, New Bagan und Nyaung U. Old Bagan ist das Zentrum von Bagan und liegt zwischen New Bagan und Nyaung U. Von dort ist es zu den meisten Tempeln und Pagoden am nächsten. In New Bagan und Nyaung U findest Du so ziemlich alles, was Reisende mit zumindest ein wenig Blick aufs Budget brauchen.

Anreise nach Bagan

Es gibt zwei wichtige Wege, um nach Bagan zu gelangen: über Land und über Wasser. Natürlich kannst Du auch mit dem Flugzeug anreisen, aber das ist definitiv die teuerste Variante und damit keine Option für Budgetreisende wie uns. Außerdem fährt ein Zug von Mandalay und Yangon durch Bagan. Das Schienennetz ist nicht besonders gut ausgebaut, weshalb die Zugfahrt buchstäblich ewig dauert. Für uns ebenfalls keine Option.

Bus

Mit dem Bus ist die Anreise nach Bagan ziemlich einfach. Zwei wichtige Ausgangspunkte sind Yangon, 500 Kilometer oder ungefähr 311 Meilen südlich, und Mandalay, 150 Kilometer oder ungefähr 93 Meilen nordöstlich. Wir starteten unsere Tour im Süden, in Yangon, und nahmen den Bus nach Bagan. Eigentlich ist es gar nicht so weit, trotzdem dauert die Fahrt etwa zehn Stunden, weil sich der Bus nur mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h oder 37 mph vorwärtsbewegt.

Es gibt zwei Möglichkeiten: den Tagbus und den Nachtbus. Wir nahmen den Tagbus, der um 8:00 Uhr am Mingalar Highway Busbahnhof abfuhr und um 17:30 Uhr in Bagan ankam. Unterwegs gab es einen Stopp fürs Mittagessen und am Nachmittag eine kleine Snackpause. Auch der Nachtbus braucht etwa zehn Stunden. Vermutlich ist er aber die bequemere Variante.

Boot

Von Mandalay kannst Du Bagan auch mit dem Boot über den Irrawaddy erreichen. Das Boot ist teurer als der Bus, bietet Dir aber eine schöne Gelegenheit, einen entspannten Tag auf dem Wasser zu verbringen und die wunderbare Aussicht entlang des Flusses zu genießen. Es legt sehr früh, gegen 6:00 Uhr, in Mandalay ab und braucht etwa zehn Stunden bis Bagan. Der Bus ist die schnellere Variante, dafür kannst Du dort keinen wunderschönen Sonnenuntergang auf dem Fluss genießen.

Heißluftballons steigen bei Sonnenaufgang hinter einer Backsteinpagode in Bagan auf

Wie viel Zeit solltest Du in Bagan verbringen?

Wir verbrachten drei Tage und vier Nächte in Bagan. An unserem vierten Tag nahmen wir das Boot nach Mandalay, also hatten wir drei volle Tage, um die wunderbare archäologische Stätte zu genießen. Wir finden, drei Tage waren genau die richtige Zeit, um viele Tempel, Pagoden und Stupas zu erkunden. Außerdem konnten wir drei wunderschöne Sonnenauf- und -untergänge erleben. Für uns war dieser Zeitrahmen perfekt.

Wenn Dein Reiseplan wirklich eng ist, kannst Du Bagan auch in zwei Tagen schaffen. Genauso gut könntest Du hier problemlos vier Tage verbringen. Trotzdem finden wir drei Tage perfekt. Das Ticket für die archäologische Zone ist fünf Tage gültig und wird auch an einigen Orten innerhalb des Gebiets kontrolliert, zum Beispiel vor Tempeln.

Eine sitzende Buddha-Statue im Inneren eines Backsteintempels in Bagan

Die beste Gegend zum Übernachten

Old Bagan

In Old Bagan gibt es viele Hotels, die meisten davon sehr gehoben und teuer. Um die Tempel zu besuchen, brauchst Du trotzdem irgendein Fahrzeug, etwa ein Tuk-Tuk, Fahrrad oder E-Bike. Einige Tempel kannst Du von Old Bagan aus zu Fuß erreichen, doch um das riesige Gebiet zu erkunden, brauchst Du Räder, die Dich von A nach B bringen.

Nyaung U

Nyaung U liegt etwa fünf bis zehn Kilometer von den wichtigsten Tempeln entfernt. Es ist deutlich günstiger als Old Bagan und eigentlich kaum unbequemer, außer Du findest es wahnsinnig umständlich, morgens zehn statt vielleicht nur fünf Minuten zum Sonnenaufgangsspot zu fahren. In Nyaung U gibt es viele Restaurants, die neben Essen aus Myanmar auch zahlreiche andere Küchen anbieten, sowie einige Souvenirläden und einen Markt.

Die goldene Shwezigon-Pagode in Nyaung U nahe Bagan

New Bagan

New Bagan ist Nyaung U sehr ähnlich, liegt nur auf der anderen Seite von Old Bagan. Die Entfernung zu den Tempeln ist so ziemlich dieselbe. Auch in New Bagan gibt es jede Menge Unterkünfte in unterschiedlichen Preisklassen und Restaurants. Der echte Vorteil gegenüber Nyaung U sind die richtigen Lebensmittelläden mit einer akzeptablen Auswahl. In Nyaung U fanden wir zwar ebenfalls kleine Läden, aber die Auswahl war so begrenzt, dass wir nichts entdeckten, was wir kaufen wollten.

Unser Fazit

Wir persönlich finden, dass Old Bagan wahrscheinlich die beste und bequemste Gegend zum Übernachten ist, aber nur, wenn Du mit einem hohen Budget reist. Für ein kleines Budget ist Old Bagan definitiv nicht die richtige Wahl. Es gibt dort viele schöne, gehobene Hotels nahe zahlreicher Tempel, Pagoden und Stupas, aber es ist eben auch sehr teuer. Ein Hotelzimmer in Old Bagan kann mindestens drei- bis fünfmal so viel kosten wie ein Zimmer in einem Hotel oder Gästehaus in New Bagan oder Nyaung U.

In einem dieser beiden Stadtteile zu übernachten, hat eigentlich keinen Nachteil. Die Tempel sind ein wenig weiter entfernt, aber fahren musst Du ohnehin, und es kostet Dich schlicht keine 100 bis 200 Euro pro Nacht. Wir haben unseren Aufenthalt in Nyaung U sehr genossen und können eine Unterkunft dort definitiv empfehlen.

Bianca geht einen sandigen Weg zwischen den Tempeln von Bagan entlang

Sehenswürdigkeiten in Bagan

Bagan ist für zwei Dinge berühmt, oder besser gesagt, für die Kombination aus zwei Dingen: Pagoden und Heißluftballons. Jeder kennt die wunderschönen Bilder mit Hunderten Tempeltürmen und Heißluftballons, die über ihnen schweben. Und ja, es ist wirklich wunderschön und sieht genauso aus wie auf den Bildern. Wobei, eigentlich sogar noch ein bisschen besser.

Panoramablick bei Sonnenaufgang auf Tempel und Heißluftballons über Bagan

Nach einem Erdbeben im Jahr 2016 gab es in Bagan allerdings neue Regeln und es war nicht mehr so einfach, den perfekten Fotospot zu finden.

Erdbeben und die neuen Regeln

Mehrere Erdbeben haben die Monumente in Bagan schwer beschädigt. Im August 2016 traf ein starkes Erdbeben die Region und beschädigte oder zerstörte Hunderte Tempel. Aus Gründen der Restaurierung und Erhaltung durften Besucher viele von ihnen nicht mehr betreten oder hinaufsteigen. Nur noch wenige blieben übrig, die Touristen besteigen konnten. Wegen der großartigen Fotomöglichkeiten war das wirklich schade.

Arbeiter restaurieren einen Tempel in Bagan, der beim Erdbeben 2016 beschädigt wurde

Deinen Tag planen

Die erste Regel für einen Besuch in Bagan: Plane nicht zu viel. Bagan ist einfach so wunderschön, dass Du hinfahren und die Landschaft genießen solltest, anstatt nach einem straffen Zeitplan von Tempel zu Tempel zu hetzen. Die beste Zeit, um Tempel zu besuchen und Fotos zu machen, ist bei Sonnenauf- und -untergang. Tagsüber ist es richtig heiß und Tempelhopping macht nicht besonders viel Spaß. Da kurz zuvor viele Tempel geschlossen worden waren, war es außerdem ziemlich schwierig, gute Spots zu finden.

Bianca blickt von einem gemauerten Aussichtspunkt über die Tempelebene von Bagan
Ein verzierter Backsteintempel leuchtet im frühen Morgenlicht in Bagan

Tagsüber

Tagsüber ist Sightseeing in Bagan wirklich hart. Zwischen 12:00 und 15:00 Uhr ist es so heiß, dass Du mehr oder weniger nur überlebst, wenn Du im klimatisierten Hotelzimmer sitzt oder Dich im Pool abkühlst, falls Du das Glück hast, einen zu haben.

Wenn Du nicht drei oder vier Stunden am Tag in Deinem Zimmer sitzen und entspannen möchtest, kannst Du die großen Tempel besuchen, die man betreten darf, zum Beispiel Ananda und Htilominlo. Drinnen ist es angenehm kühl und bei Sonnenauf- oder -untergang ergibt ein Besuch dort ohnehin nicht viel Sinn.

Die Silhouette eines Besuchers im Eingang eines dunklen Tempels in Bagan
Alte Backsteinstupas verteilen sich über die trockene Landschaft von Bagan
Ein buddhistischer Mönch geht durch einen lichtdurchfluteten Korridor in einem Tempel von Bagan
Besucher im Innenhof eines weißen Tempels in Bagan

Unsere besten Reisetipps für Bagan

  • Besuche Bagan so bald wie möglich. Der Tourismus wächst überall, und sobald alle nach Bagan strömen, wird die mystische Atmosphäre dieses Ortes sehr schnell zerstört sein.
  • Trage immer ein Shirt mit Ärmeln und bedecke Deine Knie, wenn Du einen Tempel betreten möchtest.

Unsere Unterkunft

Motel Zein

Wir verbrachten vier Nächte in dem Motel oder Hotel. Was es nun wirklich war, konnten wir nicht herausfinden, denn selbst die Schilder waren irreführend: Auf manchen stand „Hotel“, auf anderen „Motel“. Wir würden sagen, es war ein Hotel.

Grundsätzlich können wir einen Aufenthalt im Motel Zein wirklich empfehlen. Die Zimmer sind sehr geräumig und sauber, die Lage ist richtig gut und das Frühstück war das beste, das wir in Südostasien hatten. Verpass AUF KEINEN FALL die Pancakes. Sie sind einfach soooo verdammt lecker.

Das Hotel liegt außerdem gut, um die antiken Monumente Bagans zu erkunden. Im Motel kannst Du E-Bikes mieten. Sie kosten 5.000 Kyat pro Tag für eine Person und 8.000 Kyat pro Tag für zwei Personen.

Allerdings gibt es beim Motel Zein auch zwei negative Punkte, auf die wir hinweisen möchten, nur damit Du nicht enttäuscht bist, falls Du Dich für einen Aufenthalt dort entscheidest. Das Internet ist so langsam, dass es praktisch genauso gut gar keines geben könnte. Es wäre besser, wenn sie einfach kein Internet anbieten und das auf Booking.com oder ihrer Website schreiben würden. Grundsätzlich ist es kein Problem, ein paar Tage ohne Internet zu überleben. Wenn Du aber Busse, Unterkünfte oder Touren online buchen möchtest, ist es einfach nur nervig.

Bei unserer Ankunft begrüßte uns die Besitzerin in sehr gutem Englisch. Sie hatte offensichtlich einige Zeit in einem englischsprachigen Land verbracht. Allerdings sahen wir sie nur einmal. Den Rest der Zeit saßen ihre Mitarbeiter an der Rezeption. Sie waren sehr freundlich, sprachen aber wirklich nur wenig Englisch. Das war etwas nervig, wenn wir Tickets für Boot, Bus oder was auch immer buchen oder Informationen bekommen wollten.

Tom hebt Bianca auf einem Weg neben einem alten Tempel in Bagan hoch